Liebe Kinder, liebe Familien!

"Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit,

du kommst aus den Wolken, dein Weg ist so weit."

 Wie schön war es, als gestern die ersten Flocken in diesem Jahr gefallen sind, rechtzeitig zu Adventbeginn!

Da wir uns während des Lockdowns nicht wie ursprünglich geplant zu den Kinderwortgottesdiensten treffen können, wollen wir euch auf diesem Wege Adventideen mitgeben und euch einladen, die Kirche individuell zu besuchen und unseren Weihnachtsbaum auf der lila Wand zu schmücken. 

Die heurigen Adventideen stammen aus dem © Jahrbuch 2012 – Ganzheitlich, sinnorientiert erziehen und bilden (Franz Kett Verlag)

Ergänzend dazu werden im newsletter auch Ideen, Gebete, Vorschläge für die Gestaltungsmöglichkeiten der vier Adventsonntage aus der Kath. Kinderzeitschrift ©"Regenbogen" eingebracht. 

 Wir wollen euch in dieser Adventzeit von Sonntag zu Sonntag Gedanken zum Weihnachtsbaum mitgeben. Jede Woche wird der Tannenbaum in der Kirche weiter geschmückt und der Schmuck in seiner Sinnhaftigkeit geschaut. Das Lied „Oh Tannenbaum“ zieht sich dabei wie ein roter Faden durch alle Einheiten. 

 Für den 1. Adventsonntag findet ihr in der Kirche ein Körbchen mit Tannenzweigen und roten Äpfeln aus Papier vor. Unten findet ihr die Gedanken dazu!

                                    

                       Gott, wir danken dir für die Zeit des Advent. 

             Sie hilft uns, ruhiger zu werden und in uns hineinzuhorchen. 

                     Gott, wir bitten dich, segne uns in diesem Advent 

                      mit Gedanken an dich, die Freude im Kerzenlicht 

                           und mit Geborgenheit in der Gemeinschaft. 

                   Wir wünschen allen Familien und Pfarrmitgliedern
                      einen schönen und besinnlichen Adventbeginn!
                                           Euer KiWoGo-Team
Adventideen – Gestaltung des Christbaumes

Auf der ganzen Welt werden am Heiligen Abend Zimmer von einem Christbaum erleuchtet, bei weitem nicht nur in christlichen Familien, wie der Name vermuten ließe. Der Christbaum hat Einzug gehalten in die Häuser der Menschen und ist aus dem Brauchtum nicht mehr wegzudenken.

Schon in der Antike und vermutlich viel früher war es Brauch, die düstere Winterzeit mit grünen Zweigen als Zeichen der Hoffnung zu schmücken. Es sollen bereits die Kelten in vorchristlicher Zeit zum Julfest (22. 12.) immergrüne Bäume geschmückt haben, da diese offenbar die Kraft hatten, den langen, kalten, „toten“ Winter unbeirrt und unbeschadet zu überdauern und so Zeichen der Lebenskraft, zu Hoffnungsträgern, zum Symbol für die Unsterblichkeit der Natur wurden. Auch die Römer bekränzten ihre Häuser nachweislich zum Jahreswechsel mit Lorbeerzweigen. Im Mittelalter gab es dann in ganz Europa den Brauch, mit immergrünen Gewächsen wie Stechpalme, Buchs, Mistel, Tannen- und Fichtenzweigen die Häuser in der Winterzeit zu schmücken.

Die Tradition, einen Tannenbaum als Weihnachtsbaum zu dekorieren, entstand Anfang des 16. Jhd. Im Elsass. In dieser Zeit wurden „Dannebäume“ mit Äpfeln, Nüssen und Zuckerwerk behängt. Hundert Jahre später wurde der Baum erstmals mit Kerzen besteckt, zunächst allerdings nur in den reichen und adeligen Häusern. Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jhd. Hat sich der Christbaum dann in Deutschland von Stadt zu Stadt verbreitet.

1814 kam der Christbaum nach Österreich, nach Wien. Auch hier war es vorerst der Adel, der diesen Brauch übernahm und weitergab.

Zum Ende des 19. Jhd. Wurde der Weihnachtsbaum auch von der katholischen Kirche, die sich lange gegen diesen „heidnischen Brauch“ gewehrt hatte, angenommen und übernommen. Zu dieser Zeit war der Christbaum bereits über die ganze Welt verbreitet und zum typischen Bild für Weihnachten geworden.

 Am 1. Adventsonntag wollen wir den Tannenbaum mit grünen Zweigen und roten Äpfeln schmücken:

GRÜNER ZWEIG

Ihr findet in der Kirche eine Schachtel mit Tannenzweigen, die Kinder können diese ertasten. Danach kann ein Zweig herausgenommen und befühlt werden: Die Kinder können ihm gerne eine Stimme geben „Ich komme aus dem Wald“, „Ich bin auch im Winter grün“…..  Schmückt den Tannenbaum mit eurem Tannenzweig

Gemeinsam kann mit dem Kind überlegt werden, warum sich die Menschen in der kalten, dunklen Winterzeit und v.a. zum Weihnachtsfest einen grünen Baum ins Haus holen (als Aspekte einbringbar: Lebenszeichen, Versprechen eines neuen Frühlings, Freude, Lebendigkeit, Geburt des Jesuskindes kann zur Sprache kommen).

Ihr könnt am 1. Adventsonntag dazu passend die 1. Strophe von „Oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter“ singen.

 ROTER APFEL

Weiters findet ihr ein Körbchen mit Äpfel aus Tonpapier. Die Kinder können sich einen Apfel nehmen und diesen ebenso am Tannenbaum anbringen.
Auch ihm können Kinder eine Stimme geben „Ich bin rot, rund und wachse am Baum.“ „Ich bin saftig und süß“, „ich glänze, möchtest du in mich hineinbeißen?“

Erklärung für Kinder: der Apfel ist bereits als Schmuck für den Weihnachtsbaum verwendet worden, noch bevor ihn Lichter zierten oder er den Namen Christbaum bekam. Früher, v.a. am Land, haben die Menschen Äpfel an den Christbaum gehängt, weil Äpfel im Winter das einzig Frische, Süße, Köstliche waren, weil Äpfel den Winter überdauert haben. Ihre Farbe erzählt vom Sommer und vom Herbst, von reicher Ernte, von einer guten Zeit. Ein Apfel im Winter war für die Kinder damals etwas ganz Besonderes.

Der Apfel trägt ein Wunder in sich – Apfel aufschneiden. In dem kleinen Apfelkern steckt eine große Kraft, ein neuer Apfelbaum. Dieser wird wieder viele Äpfel tragen.

Auch die rote Farbe möchte uns etwas erzählen (Kinder Assoziationen machen lassen: rot wie Blut, Liebe….).

Jeder Baum trägt Früchte. Der Apfel ist Frucht des Apfels; die Walnuss Frucht des Walnussbaums. In der Bibel wird von der Leibesfrucht erzählt. Wie der Apfel sich rundet und wächst, wenn er am Baum ist und reif wird, so wächst und rundet sich auch der Bauch einer Mutter, wenn sie ein Kind unterm Herzen trägt, wenn in ihr das Wunder des neuen Lebens heranwächst.

Der Tannenbaum wird auch mit dem Apfel behängt, weil er ein Symbol für die Leibesfrucht ist.

So können wir den Satz aus der Bibel „Du bist gebenedeit unter den Frauen,und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes.“ Leichter verstehen. Jesus als Leibesfrucht Marias.

 

Gemeinsame „Oh Tannenbaum“ singen mit folgender Strophe:

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, du trägst die roten Äpfel.

Die Frucht des Baumes, rot und rund,

des Lebens Wunder tut sie kund.

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, du trägst die roten Äpfel.